28.07.2017

Reisemitbringsel – vor dem Urlaub informieren, was der Zoll erlaubt

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Auch der schönste Urlaub geht zu Ende, und damit man sich an den mitgebrachten Andenken auch zu Hause noch lange erfreuen kann, sollte man sich im Idealfall schon im Vorfeld darüber informieren, was ohne Probleme aus dem Reiseland mitgebracht werden darf.

Aus Nicht-EU-Mitgliedstaaten, aber auch von den Kanarischen oder den britischen Kanalinseln dürfen Reisende Waren zu privaten Zwecken nur innerhalb bestimmter Mengen- oder Wertgrenzen abgabenfrei nach Deutschland einführen:

Tabakwaren, sofern der Einführer mindestens 17 Jahre alt ist:

– 200 Zigaretten oder
– 100 Zigarillos oder
– 50 Zigarren oder
– 250 Gramm Rauchtabak oder
– eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

Alkohol und alkoholhaltige Getränke, sofern der Einführer mindestens 17 Jahre alt ist:

– 1 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22
Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem
Alkoholgehalt von 80 Volumenprozent oder mehr

oder

– 2 Liter Alkohol und alkoholische Getränke mit einem
Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent

oder

– eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

und

– 4 Liter nicht schäumende Weine

und

– 16 Liter Bier

Kraftstoffe

– für jedes Motorfahrzeug die im Hauptbehälter befindliche Menge
und bis zu 10 Liter in einem tragbaren Behälter

andere Waren

– bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro
– bei Flug- bzw. Seereisenden bis zu einem Warenwert von insgesamt
430 Euro
– bei Reisenden unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von
insgesamt 175 Euro

Gilt für eine Ware eine Mengengrenze, wir diese nicht auf die Wertgrenze für anderen Waren angerechnet.

Arzneimittel: Reisende, die auf die Einnahme von Arzneimitteln angewiesen sind, dürfen diese bei der Ein- bzw. Wiedereinreise nach Deutschland in einer dem persönlichen oder verordneten Bedarf von maximal drei Monaten entsprechenden Menge mitbringen. Unerheblich ist dabei, ob die Arzneimittel bereits aus Deutschland mitgenommen oder im Ausland gekauft wurden und in Deutschland nach dem Arzneimittelgesetz zugelassen sind. Ein Einfuhrverbot besteht für gefälschte Arzneimittel.

Kulturgüter: Mineralien, Antiquitäten, bedeutende Bücher, Bilder und Zeichnungen – hierbei könnte es sich um bedeutungsvolle Kulturgüter handeln, die aus vielen Ländern nur mit besonderer Genehmigung ausgeführt werden dürfen. In solchen Fällen sollte man sich immer über die Bestimmungen des Reiselandes informieren.

Artenschutz: Der Handel mit vom Aussterben bedrohten Tiere und Pflanzen, mit Teilen von Ihnen und mit daraus hergestellten Waren ist im Heimatland meist streng reglementiert. Lieber die Finger von solchen zweifelhaften Souvenirs lassen.

Markenfälschungen: Zwar dürfen Billigkopien von Bekleidung und Accessoirs, Fanartikeln, Kosmetika namhafter Markenhersteller für den erkennbar privaten Gebrauch bis zur üblichen Wertgrenze nach Deutschland eingeführt werden, meist sind sie aber qualitativ minderwertig und enthalten möglicherweise gesundheitsgefährdende Stoffe. Und bei Rückreise z.B. über den Flughafen eines Nachbarstaates gelten dort erstmal die jeweiligen nationalen Bestimmungen.

„Lieber die Finger weglassen von allen Mitbringseln und Andenken, bei denen Sie sich nicht sicher sind, dass Sie zollfrei nach Deutschland eingeführt werden dürfen“, rät Antje Bendel, Pressesprecherin des Hauptzollamts Lörrach. „Auch wichtig,“ so Bendel weiter, „für Spirituosen, Bier und Tabak und für Energieerzeugnisse werden in den EU-Mitgliedstaaten nationale Verbrauchsteuern erhoben. Auch bei Reisen innerhalb der EU gelten deshalb Einfuhrbeschränkungen für diese Waren.“

Einen schnellen Überblick über die wichtigsten Zollbestimmungen können sich Reisende über die kostenlose Smartphone-App „Zoll und Reise“ verschaffen. Einfach zu Hause von der jeweiligen Vertriebsplattform für die mobilen Apps herunterladen, im Urlaubsland ist eine Nutzung dann auch ohne Internetverbindung möglich. Ein umfassendes Informationsangebot gibt es außerdem auf der Internetseite der Bundeszollverwaltung unter www.zoll.de.

Bild- und Text-Quelle: ots – Hauptzollamt Lörrach

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