Sahra Wagenknecht: Privates Glück habe ich erst mit meinem jetzigen Mann erlebt

Kurz vor der Bundestagswahl hat sich Sahra Wagenknecht, Spitzenkandidatin der Linken, ausführlich über ihre eigenen Fehler geäußert und Einblick in ihr privates Leben gegeben. Dem Berliner „Tagesspiegel“ (Donnerstagausgabe) sagte sie: „Früher war ich ziemlich arrogant, habe andere spüren lassen, wenn ich wenig von ihnen hielt. Als ich sehr jung war, habe ich meine Positionen kaum hinterfragt, sondern hielt Andersdenkende oft einfach für Idioten. So bin ich zum Glück nicht mehr, ich bin ja auch älter geworden.“ Allerdings sei sie noch immer „sehr eigenwillig, orientiere mich primär daran, was ich richtig oder falsch finde; ich gucke da nicht nach anderen oder möglichen Mehrheiten. In diesem Sinne bin ich eine Einzelgängerin, aber ich habe auch begriffen, dass ich in der Politik das Feedback der anderen brauche, dass es wichtig und positiv ist, selbst wenn es Kritik ist.“

Über privates Glück und ihren Mann Oskar Lafontaine, der frühere SPD- und spätere Vorsitzende der Linken, sagte sie wörtlich: „Nicht allein zu sein, jemanden zu haben, der einen immer auffängt, das ist privates Glück. Das habe ich erst so erlebt, als ich meinen jetzigen Mann kennengelernt habe. Insofern gibt es natürlich einen Zusammenhang zwischen privatem Glück und Beruf, denn wenn man privat nicht glücklich ist, steht man beruflich vieles viel schwerer durch.“ Wagenknecht kritisierte zudem die SPD hart und gab Merkel-Herausforderer Martin Schulz keine Chance mehr: „Ich dachte, Schulz will jetzt wirklich die Wahl gewinnen, der hält das durch, wenigstens bis zur Bundestagswahl. Insofern hatte auch ich eine gewisse Hoffnung, dass es eine ehrliche Chance auf einen Politikwechsel gehen könnte, auf eine sozialere Politik. Jetzt ist es erledigt, niemand nimmt Schulz noch ab, dass er Kanzler wird. Es wird sich wieder auf Jahre nichts bewegen. Das ist frustrierend, wenn man etwas verändern will. Schließlich bin ich deshalb in der Politik. Der Sinn besteht nicht primär darin, gute Reden zu halten, sondern die Politik zu verändern.“

Quelle: ots – Der Tagesspiegel

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