60 Prozent der jungen Menschen leben noch im „Hotel Mama“

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Jeder kennt diesen Nesthocker, der noch immer zuhause wohnt, gut behütet von Mama. Er fühlt sich wohl im Miteinander und mit der Tatsache, nichts machen zu müssen – „Hotel Mama“ ist der Begriff für das Wohnmodell. Die Studie von IT.NRW zeigt jedoch, dass es zu einem Großteil nicht Bequemlichkeit ist, die die jungen Menschen davon abhält auszuziehen. Die Jugendforscherin Ulrike Becker spricht zwei zentrale Gründe an: Bildungsdruck und Armut. Die neuen Studienmodelle lassen wenig Zeit, einem Nebenjob nachzugehen, der Miete und den Einkauf im Supermarkt finanzieren kann. Nicht jeder hat ein finanzstarkes Elternhaus, das einspringen kann.

Unterstützungen wie BAFöG erwarten von ihren Empfängern Regelstudienzeit als Bedingung. Höher kann der Druck für Studierende nicht sein. Das Schlimmste: All das ist nichts Neues. Ebenso wenig die Tatsache, dass Bildungsausgrenzung ein Fakt ist und zu Armut führt. Auch dies ist ein Grund, warum viele Jugendliche nicht ausziehen können. Und was passiert? Nichts! Es wird Zeit, das Problem anzufassen, sonst haben wir alle ein Problem. Denn zu glauben, die Folgen beträfen nur Studenten und bildungsferne Milieus, ist naiv. Die Folgen werden alle erreichen: Denn die Burn-out-Studenten und Armen müssen wir alle finanzieren. Vielleicht wären die Einführung einer längeren Studienzeit, eine Lockerung der BAFöG-Bedingungen und ein einheitliches Bildungssystem, für das das Portemonnaie von Mama und Papa keine Rolle spielt, ein Anfang.

Quelle: ots – Neue Westfälische

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