Nach Gladbecker Geiseldrama: Zu wenig gelernt – Kommentar – = Von Martina Stöcker

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ohnny Bastiampillai war sieben Jahre alt, als er mit seiner Mutter im Bus nach Hause fahren wollte und zu einer Geisel wurde. Die Gladbecker Geiselgangster kaperten 1988 in Bremen einen Bus mit 32 Passagieren. Bastiampillai und die anderen wurden bedroht und erlebten den Mord an einem 15-Jährigen. Nach der Freilassung kam das große Nichts. Von staatlicher Seite habe nie ein Mensch mit ihnen über die Situation gesprochen, sagt Bastiampillai. „Es ist keine Hilfestellung geleistet worden.“ Das Gladbecker Geiseldrama ist zum Synonym für Staatsversagen geworden. Für ihre Einsatzplanung hat die Polizei daraus gelernt, bei der Opferbetreuung sieht es 30 Jahre später besser aus, aber nicht gut genug. NRW hat seit Ende 2017 seine erste Opferbeauftragte. Ein guter Schritt, aber doch zu wenig. Es braucht ein Hilfe-Netz, ein ganzes Team an Unterstützern, eine Koordination staatlicher Stellen. Nicht nur das Betreuungschaos nach dem Anschlag auf dem Breitscheidplatz, von dem Opfer und Hinterbliebene berichten, zeigt, dass am Ende nicht genug aus dem Gladbecker Geiseldrama gelernt wurde.

Quelle: ots
Kommentar von Martina Stöcker (Rheinische Post)

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