24.03.2018

Khorchide nimmt in Islam-Debatte Christen und Muslime in die Pflicht

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Der Leiter des Zentrums für Islamische Theologie an der Universität Münster, Mouhanad Khorchide, hat sich in einem Gastbeitrag für die in Düsseldorf erscheinende „Rheinische Post“ zur derzeitigen Debatte, ob der Islam zu Deutschland gehört, geäußert. In der Zeitung schreibt Khorchide: „Ich appelliere an alle Akteure in unserer Gesellschaft, unsere eigenen Kulturen, unsere eigenen Religionen, unsere eigene Geschichte und damit uns selbst ernster zu nehmen, und meine, dass dies der erste Schritt ist, um mehr Bereitschaft aufzubringen, sich dem Anderen zu öffnen.“ Wenn ein Muslim unter Islam nur äußere Elemente wie Moschee, Kopftuch und Speisevorschriften verstehe, und ein nicht-muslimischer Deutscher unter der abendländisch-christlichen Kultur nur Weihnachten und andere bestimmte Speisen, „dann haben sich unsere Identitäten längst ausgehöhlt“.

An dieser Stelle würden Feindbilder wichtig, „um sich in der Ab- und Ausgrenzung zu einem konstruierten „Feindbild“ zu definieren“. Zudem dürfe man nicht vergessen, schreibt Khorchide, dass der Islam im Mittelalter eine konstitutive Rolle für Europa gespielt habe. „Gerade zwischen dem 9. und 12. Jahrhundert fand eine Hellenisierung des Islam statt. Von dieser führt eine direkte Linie zur europäischen Renaissance: Die Muslime retteten das antike griechische Erbe vor dem Vergessen und bereicherten es. Darauf konnte die Renaissance aufbauen.“

Auslöser der derzeitigen Islam-Debatte war ein Interview des neuen Bundesinnenministers Horst Seehofer (CSU) in der „Bild“-Zeitung am 16. März. Seehofer sagte darin: „Der Islam gehört nicht zu Deutschland. Deutschland ist durch das Christentum geprägt. Die bei uns lebenden Muslime gehören aber selbstverständlich zu Deutschland.“

Quelle: ots (Rheinische Post)
Bild-Quelle: bing.de

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