Schnelles Internet im ländlichen Raum Rohstoff der digitalen Welt – Kommentar –

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Immer wieder berichten Touristen, die von einer Reise aus Kuba zurückkommen, wie schwierig der Internet- und Mobilfunk in dem Inselstaat mit seiner immer noch kommunistischen Mangelwirtschaft ist. Dass sich beispielsweise rund um Internet-Cafés stets Trauben von jüngeren Menschen bilden, die dort den ansonsten ganz seltenen WLAN-Empfang nutzen. Zugegeben: Ganz so schlimm wie auf Kuba sind die Zustände auf dem Lande in Ostwestfalen-Lippe oder anderen Landstrichen von NRW nicht. Aber nach wie vor ist der Datenempfang in Teilen unserer Region so schlecht, dass man inzwischen von einer echten Benachteiligung solcher Räume sprechen kann. Diese kurze Bestandsaufnahme macht deutlich, wie drängend das Problem ist, das NRW-Digitalminister Andreas Pinkwart jetzt angehen will.

Zumindest hat der FDP-Politiker es versprochen. Und weil es ohne einen der zurzeit grassierenden politischen Modebegriffe nicht geht, nennt er sein Internet-Ausbauprogramm „Masterplan“. Der „Gigabit-Masterplan“ sieht also vor, dass NRW in sieben Jahren flächendeckend mit Glasfaser-Leitungen durchzogen sein soll. Schulen und Gewerbegebiete sollen bereits bis 2021 Glasfaseranschlüsse haben. Gleichzeitig kassiert er in einem Nebensatz das Versprechen der alten Landesregierung, NRW flächendeckend mit einem Netz, das eine Datengeschwindigkeit von 50 Mbit pro Sekunde aufweist, auszustatten.“Nicht mehr realisierbar“, sagt Pinkwart schlicht. Und außerdem überholt, weil es inzwischen um noch viel schnellere Internetleitungen gehe. Schnelle Internetleitungen sind so etwas wie der Rohstoff der digitalen Welt. So wie Kohle, Gas und Benzin die Motoren der Old Economy am Laufen hielten, so tut das das schnelle Datennetz für die moderne Wirtschaft der Zukunft. Aber auch das alltägliche Leben wird ohne schnelles Internet immer mühseliger.

Der Laptop- und Handynutzer in weiten Teilen von OWL, im Münsterland oder anderen ländlichen NRW-Regionen hört von seiner Landesregierung nun erneut eine Ankündigung hehrer Ziele. Noch viel mehr als der private Nutzer aber warten vor allem die Firmeninhaber, für die das schnelle Internet (über-)lebenswichtig ist, eher auf Taten denn auf Ankündigungen. Sie werden deshalb den „Masterplan“ von Andreas Pinkwart mit Interesse vernehmen. Entscheidend aber werden die Taten sein, die dem „Masterplan“ folgen. Und vor allem das Ergebnis. Und nur daran wird man am Ende den Erfolg des Digitalministers messen.

Quelle: ots
Kommentar von Welt Lothar Schmalen (Neue Westfälische)

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