Eklatante Sicherheitsmängel: Plusminus schleust Bombenattrappe in Güterzug

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Das WDR-Team von Plusminus (heute 21.45 Uhr im Ersten) ist auf massive Sicherheitslücken im Schienengüterverkehr gestoßen. Ein Reporter konnte sich ungehindert Zutritt zu einem unverschlossenen Güterzug verschaffen und ungestört eine Bombenattrappe hinterlegen.

Lokführer berichten in Plusminus, dass es derzeit kaum eine Kontrolle darüber gebe, wer einen Güterbahnhof betrete und eine Güterlok besteige. So bleibe dann auch ungeklärt, ob jemand überhaupt dienstfähig sei und seine Ruhezeiten eingehalten habe. Dadurch könne es zu Unfällen auf der Strecke kommen.

Jörg Hensel von der Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG, Betriebsratsvorsitzender DB Cargo und im Aufsichtsrat der DB, fordert konkrete Maßnahmen:

„Wenn so etwas möglich ist (…) dann ist das der Beweis, dass das System Lücken hat. Das würde zum Beispiel durch die digitale Fahrerkarte und auch mehr Überwachung (…) wesentlich besser werden, beziehungsweise nahezu ausgeschaltet.

Eine digitale Fahrerkarte für Eisenbahner könnte für mehr Sicherheit sorgen. Sie ist im Güterverkehr, z.B. bei LKW-Fahrern, bereits eingeführt.

Das Bundesverkehrsministerium äußert sich auf Nachfrage nicht konkret zu den Recherchen von Plusminus. Ganz allgemein seien „die Eisenbahnen verpflichtet, ihren Betrieb sicher zu führen (Betreiberverantwortung)“. Das Eisenbahnbundesamt (EBA) überprüfe im Rahmen seiner „Aufsichtstätigkeit u. a., ob die Eisenbahnunternehmen dieser Verpflichtung nachkommen“.

Das Eisenbahnbundesamt hingegen erklärt gegenüber Plusminus, dass „die Sicherung gegen Eingriffe durch Dritte in den Schienenverkehr (…) nicht in seinen Kompetenzbereich“ fiele.

Quelle: ots (WDR Westdeutscher Rundfunk)

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