Neue Girokonto-Studie „Teuer“ kann manchmal richtig „preiswert“ sein

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Nach der bundesweiten Online- und Filialkonten-Analyse 2017 hat die Redaktion von biallo.de im Mai und Juni 2018 die Premiumkonten nahezu aller Banken und Sparkassen in Deutschland untersucht. Ausgangspunkt der aktuellen Studie war die Überlegung: Macht es aus Verbrauchersicht nicht eher Sinn, auf die vermeintlich teureren Premiumkonten umzusteigen, in deren Pauschalpreis bereits alle wesentlichen Dienstleistungen rund ums Girokonto enthalten sind? Zumindest für die vielen Verbraucher, die nicht komplett auf Online-Banking umsteigen möchten und weiterhin den Service einer Filiale vor Ort bevorzugen. Schließlich haben viele Geldhäuser zuletzt nicht nur die Monatspauschalen für ihre „günstigeren“ Klassikkonten kräftig erhöht, sondern auch die Preise für Einzelposten wie Buchungen, Überweisungen, Ein- und Auszahlungen am Schalter oder etwa die Girokarte.

Im Fokus der jüngsten Premiumkonten-Analyse von biallo.de standen mehr als 1.300 regionale und überregionale Banken und Sparkassen. Damit ist es die umfangreichste Girokonten-Analyse, die es bisher in Deutschland gab. 805 Geldhäuser kamen mit tatsächlichen Premiumkonten in Betracht. Zwar wurden hochpreisige Konten nicht selten als „Premium“, „Komplett“ oder „Exklusiv“ betitelt. Doch trotz eines Monatspreises jenseits der zehn Euro stellten die Banken beleghafte Überweisungen, Bargeldauszahlungen am Schalter oder sogar die Nutzung des SB-Terminals in Rechnung. Solche Kontomodelle wurden in der Untersuchung von biallo.de nicht berücksichtigt.

Damit ein Girokonto den Zusatz „Premium“ wirklich verdient, müssen folgende Leistungen im Pauschalpreis enthalten sein:

   - Girocard zumindest für den Kontoinhaber
   - sämtliche Buchungsposten
   - Online-Banking
   - Nutzung der SB-Terminals
   - Push-Tan / SMS-Tan
   - Überweisungen, sowohl online als auch in Papierform
   - Daueraufträge - einrichten und ausführen
   - Kontoauszüge am Drucker der Bankfiliale
   - Kontoauszüge im elektronischen Postfach
   - Ein- und Auszahlungen am Schalter und an den bankeigenen 
     Automaten
   - uneingeschränkte Bargeldversorgung an Automaten im 
     Banken-Verbund
   - persönliche Beratung in Sachen Kredit, Geldanlage und 
     Altersvorsorge 

Die Preisspanne der untersuchten Premiumkonten bewegt sich zwischen 4,50 Euro (Sparkasse Rahden) und 30,00 Euro im Monat (Raiffeisenbank Oberursel). Allerdings lassen sich beide Geldhäuser nur bedingt vergleichen, denn bei Letzterer ist eine goldene Kreditkarte in der Monatspauschale enthalten.

Fast 580 der 805 Filialbanken vor Ort haben in ihr Premiumkonto keine goldene Kreditkarte inkludiert. Das muss kein Nachteil sein. Wer diese Karte nicht braucht oder will, muss sie auch nicht bezahlen. Und wer sie will, kauft sie einfach bei seiner Bank oder einem anderen Anbieter. Ist die Kreditkarte – ob Standard oder Gold – dagegen im Preis enthalten, zahlt man sie mit der Monatspauschale – ob gewünscht oder nicht.

Rund 230 Filialbanken haben Kreditkarten inkludiert. Aber nicht alle die gleichen und genauso viel. Die vorgefundenen Standardkreditkarten bieten fast immer nur eine reine Zahlungsfunktion. Sie sind nur selten wirklich sinnvoll – etwa beim Anmieten eines Leihwagens.

Anders sieht dies jedoch bei den Goldkarten der Sparkassen sowie Volks- und Raiffeisenbanken aus, die sich in ihrer Ausgestaltung sehr ähneln. Sie umfassen ein attraktives Versicherungspaket, dessen Wert den Kartenpreis um ein Vielfaches übersteigt. Die Reiserücktritts-, Reiseabbruch-, Auslandskrankenversicherung greifen bei den Goldkarten der regionalen Banken und Sparkassen immer, selbst dann, wenn die gebuchte Urlaubsreise gar nicht mit ihr bezahlt wurde. Sie ist besonders interessant für Familien, die eine teure Ferienwohnung von einem privaten Vermieter gebucht haben, der keine Kreditkarten-Zahlung akzeptiert.

Diese Goldkarte kann sich also für sehr viele Kunden lohnen. Sie rechnet sich in den allermeisten Fällen, zumal viele Sparkassen an sie noch eine kostenlose Bargeldversorgung im Ausland knüpfen.

Fazit: Wer oft ins Ausland reist und die exklusiven Extraleistungen der Kreditkarten nutzen möchte, für den ist der Premiumkonten-Vergleich durchaus empfehlenswert. Ob sich ein Premiumkonto wirklich lohnt, hängt natürlich immer vom individuellen Nutzerverhalten ab. Verbraucher sollten deshalb genau nachrechnen.

In der Premiumkonten-Untersuchung von biallo.de erhielten 35 Geldhäuser die Höchstbewertung von 5,0 Biallo-Sternen. Rund zwei Drittel davon haben die Goldkarte bereits inkludiert, bei dem Rest sollte sie dazu gekauft werden. Weitere Ergebnisse der Studie sowie die Bewertungskriterien sind unter www.biallo.de/kampagnen/premiumkonto abrufbar.

Quelle: ots (Biallo & Team GmbH)

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