Fan-Organisation gegen höhere Strafen für Pyrozünder

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Die Fan-Organisation „Unsere Kurve“ kritisiert den Vorstoß der Länder-Innenminister, das Zünden von Pyrotechnik in Stadien zukünftig mit Gefängnis zu bestrafen. „Der Vorschlag der Innenminister grenzt an Populismus“, sagte Jochen Grotepaß von der Interessengemeinschaft „Unsere Kurve“.

„Pyrotechnik zu zünden ist eine Ordnungswidrigkeit. Wenn die Strafen verschärft würden, müssten die ja zum Beispiel auch für jeden gelten, der in Seenot eine Leuchtfakel zündet“, sagte er. Die harten Forderungen aus Hessen seien im Dialog zwischen Fans, Vereinen und Politik nicht zielführend. Dass vor einer Innenminister-Konferenz schwere Strafen für Pyrozünder gefordert werden, sei aber auch nichts Neues: „Vor solchen Konferenzen ist das Säbelrasseln immer groß“, sagte Grotepaß. Er geht nicht davon aus, dass bei der Konferenz Gefängnisstrafen für Fans, die Bengalos oder ähnliches zünden, beschlossen werden.

„Man sollte besser die normalen juristischen Verfahren nutzen, die es schon gibt“, sagte der Fanvertreter und spielte damit auf die Videoaufzeichnungen an, mit denen Pyrozünder in den Fankurven identifiziert werden sollen. Über diese Wege könne man die Leute auch jetzt schon entsprechend bestrafen – „und das heißt nicht, dass sie ins Gefängnis müssen“. Wenn die Mittel nicht ausreichten, um die Leute zu identifizieren, müsse man sich in dem Bereich über Verbesserungen Gedanken machen, sagte Grotepaß.

Hintergrund: Der hessische Innenminister hat vorgeschlagen, das Zünden von Pyrotechnik in Stadien zukünftig mit Gefängnis zu bestrafen. Auch Nordrhein-Westfalens Innenminister Herbert Reul hat sich für härtere Strafen gegen Pyrozünder ausgesprochen. Der Vorschlag aus Hessen wird ab Mittwoch auf der Innenminister-Konferenz der Länder in Magdeburg beraten. Bisher ist das unerlaubte Abbrennen von Pyrotechnik eine Ordnungswidrigkeit, die mit Bußgeld bestraft wird.

Quelle: ots (Rheinische Post)

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