Russlands Botschafter warnt vor Rhetorik wie im Kalten Krieg

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Kurz vor der Münchner Sicherheitskonferenz hat der russische Botschafter in Deutschland, Sergej Netschajew, die USA wegen ihrer Vorwürfe gegen Russland scharf kritisiert und vor einem Rückfall in die Rhetorik aus den Zeiten des Kalten Kriegs gewarnt. „Leider erinnert die rhetorische Schärfe in der Auseinandersetzung an die Zeiten des Kalten Krieges“, sagte Netschajew.

Die Vorwürfe, dass Russland den INF-Abrüstungsvertrag gebrochen habe, wies er zurück. „Wir haben in einem beispiellosen Vorgang alle technischen Details zu unseren Raketensystemen offengelegt. Sie übersteigen die 500-Kilometer-Reichweite nicht, sie können nur bis 480 Kilometer fliegen. Alleine die Tankanlage ist zu einer größeren Reichweite nicht in der Lage. Wir erfüllen den Vertrag. Aber die USA ist an Beweisen offenbar nicht interessiert“, sagte der Botschafter. „Von uns geht keine Aggression aus.“

Mit Blick auf die Gaspipeline Nord Stream 2 warf Netschajew den USA eine „Politisierung“ der Angelegenheit vor. „Die USA haben das Thema unnötig politisiert, weil sie sich unliebsamen Wettbewerb auf dem europäischen Energiemarkt vom Hals halten wollen.“ Für Russland sei Nord Stream 2 ausschließlich ein wirtschaftliches Projekt. „Wir politisieren grundsätzlich den Wirtschaftsaustausch mit anderen Ländern nicht“, sagte der Botschafter. „Wir haben Erdgas, und können es sicher und zuverlässig nach Deutschland liefern. Wir bekommen Devisen, Deutschland eine sichere und zuverlässige Energielieferung. Unser Gas ist sicherer als Atomkraft und wird ökologisch sauberer gewonnen als das amerikanische Flüssiggas.“

Auf die Frage, ob durch die Ostsee-Pipeline künftig weniger Gas durch die Ukraine geleitet werde, antwortete Netschajew: „Höchstwahrscheinlich, ja. Das ist eine rein ökonomische Frage.“ Die Bedenken Frankreichs gegen das Pipeline-Projekt hätten Russland überrascht, so Netschajew. „Wir haben uns über die plötzlichen Bedenken Frankreichs gewundert und waren auch irritiert, aber wir freuen uns, dass es nun weitergeht.“

Quelle: ots (Rheinische Post)

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