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Kartellamt hat kritische Nachfragen bei der geplanten Fusion von Remondis und Grünem Punkt
12. April 2019 Politik
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Das Bundeskartellamt hat beim geplanten Kauf des Grünen Punktes durch das Unternehmen Remondis den Entsorgungskonzern um weitere Auskünfte gebeten. So kommt die Wettbewerbsbehörde bei der Überprüfung der Remondis-Glasaufbereitungsanlagen in einem internen Schreiben vom 6. Februar, das der Düsseldorfer „Rheinischen Post“ vorliegt, zum Schluss, dass sich bei den angegebenen Marktanteilen „Unplausibilitäten ergeben“.

Danach akzeptiert die Bonner Behörde die Berechnungsmethode des Entsorgungskonzerns nicht. Auch bei der Beteiligung von Remondis an öffentlich-privaten Partnerschaften, also Gemeinschaftsunternehmen mit städtischen Betrieben, und der Kapazität von Müllverbrennungsanlagen sind die Angaben des Unternehmens laut internen Kartellamtsschreiben, die der Zeitung ebenfalls vorliegen, nicht ausreichend.

Dem Kartellamt liegt auch ein Schreiben eines Insiders der Branche vor, der als sogenannter Whistleblower die Geschäftspraktiken von Remondis rügt. Darin ist die Rede davon, dass Remondis/DSD durch sein Rundum-Paket für die gesamte Entsorgung „seinen Marktanteil bei der Verpackungslizensierung ausbauen wird“. Zudem habe das fusionierte Unternehmen einen Großteil der Kunststoffverwertungsbetriebe in seinem Eigentum oder unter Vertrag und werde seine Marktmacht einsetzen, um „Verwertungswege abzuschneiden“.

Überhaupt, so der Insider, habe der Konzern Remondis „das skrupellose Ausnutzen seiner Marktmacht immer glänzend beherrscht und in manchen Regionen schon eine Monopolstellung errungen“. Remondis-Geschäftsführer Wilms weist ebenfalls in der „Rheinischen Post“ solche Vorwürfe als unwahr zurück. Der Kauf des DSD sei rein kundengetrieben, meint der Entsorgungsmanager: „Wir können durch den Kauf des DSD mehr Einfluss auf das Design der Verpackungen nehmen. Wer so produziert, der soll im Markt auch besser gestellt werden“, sagte er der Zeitung.

Quelle: ots (Rheinische Post)

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