Linkspartei warnt vor Steuergeld für Wald im Besitz ehemaliger Adelshäuser

Noch keine Stimmen.
Bitte warten...

Nach Hilferufen privater Waldbesitzer hat die Linkspartei vor staatlichen Finanzspritzen für Wälder in der Hand früherer Adelsfamilien gewarnt. Es sei „schräg genug, dass der ehemalige Adel überhaupt noch so massiven Grundbesitz in der Bundesrepublik hat“, sagte Jan Korte, parlamentarischer Geschäftsführer der Linken-Bundestagsfraktion, im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. „Dass die Bevölkerung den ehemaligen Adelsfamilien jetzt die Wälder, die ihre Vorfahren ihren Untertanen abgepresst haben, mit Steuergeldern retten soll, ist der blanke Hohn.“

Korte forderte die Bundesregierung auf, im Gegenzug für Steuergeld eine Rückgabe von Wäldern zu verlangen. „Finanzhilfen des Bundes für Waldbesitzer aus ehemaligen Adelshäusern darf es nur geben, wenn dafür Waldflächen im entsprechenden Gegenwert an die öffentliche Hand abgetreten werden“, sagte er.

Am Donnerstag verhandelten Waldbesitzerverbände mit Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) über ein Hilfspaket von rund 2,3 Milliarden Euro, mit dem Dürreschäden beseitigt und die Wiederaufforstung finanziert werden sollen.

„Die größten Privatbesitzer von Wald in der Bundesrepublik sind ehemalige Adelshäuser“, sagte Linken-Politiker Korte. „Darunter die Erbengemeinschaft Hohenzollern, die sich in Berlin und Brandenburg gerade die Rosinen aus dem verheerenden Erbe ihres Vorfahren Wilhelm II. herauspicken will.“

Quelle: ots (Neue Osnabrücker Zeitung)