„SWR Zeitreise“ – Nachrichten vom November 1969

21.11.19 bis 30.11.20
Noch keine Stimmen.
Bitte warten...

Polizistenmangel, Verkehrskollaps, ein neues Gesetz für Lehrlinge und verschwundene Ortsschilder /Sendung am 24. November 2019, 16 Uhr im SWR Fernsehen.

November 1969: Ein Verkehrskollaps in der Mannheimer Innenstadt, Polizistenmangel in Baden-Württemberg und ein neues Gesetz, das Lehrlinge vor Willkür schützen soll. Diese und weitere Geschichten in der „SWR Zeitreise – November 1969“. Sendung am Sonntag, 24. November 2019, 16 Uhr im SWR Fernsehen.

Fastnachtsmuseum im Schloss Langenstein

Pünktlich zur fünften Jahreszeit eröffnet im Schloss Langenstein ein Narrenmuseum. Schlossherr und Kunsthistoriker Christoph Graf Douglas hat der Narrenvereinigung Hegau-Bodensee die Räume zur Verfügung gestellt. Nahezu 70 Dörfer und Kleinstädte des westlichen Bodenseeraums haben dem Museum Masken und Narrenfiguren mit Fastnachtshäs überlassen. Schloss Langenstein bietet so das ganze Jahr über Platz für närrischen Spaß.

Verkaufsoffener Samstag in Mannheim

Zur Adventszeit dürfen im November 1969 in Mannheim Geschäfte auch am Samstagnachmittag öffnen. Verkehrsbetriebe bieten kostenlose Beförderungen mit der Straßenbahn an. Die meisten Menschen möchten jedoch lieber direkt vor den Geschäften in der Innenstadt parken. Bereitgestellte Straßenbahnen bleiben leer. Am Ende steht die Kundschaft in langen Schlangen im Stau statt an den Kassen.

Kein Jux! Jux – diesen Ort gibt es wirklich. Er liegt westlich von Spiegelberg in den Löwensteiner Bergen. Diebe machen sich im November 1969 einen besonderen Jux daraus immer wieder die teuren Ortsschilder zu stehlen. Die Bevölkerung von Jux findet das gar nicht lustig, denn die Anschaffung immer neuer Schilder kostet viel Geld und belastet ihren „Gemeindesäckel“.

Bad Waldsee: Pressemonopol der Schwäbischen Zeitung in Frage Der Kneippkurort Bad Waldsee ist ein kleines beschauliches Städtchen im Kreis Ravensburg. Im November 1969 ist es jedoch mit der gewohnten Ruhe vorbei. Die „Schwäbische Zeitung“ hat Konkurrenz bekommen. Den Honoratioren des tief katholischen Ortes gefällt das nicht. Dieter Steddin, Stadtrat in Bad Waldsee, will mit der Herausgabe der „Nachrichten aus Bad-Waldsee und Aulendorf“ das Pressemonopol im Kurort brechen. Dem gebürtigen Wittenberger begegnen große Widerstände, worüber auch das überregionale Magazin „Der Spiegel“ berichtet.

Lehrjahre sind häufig Hundejahre

Den Hof fegen, Kaffee kochen oder Toiletten putzen: In vielen Betrieben erledigen Lehrlinge Arbeiten, die mit ihrer Ausbildung nichts zu tun haben. Um diese Missstände zu beseitigen, hat die Bundesregierung ein Berufsbildungsgesetz verabschiedet, das Auszubildende vor der Willkür der Ausbilder schützen soll. Auch in den Betrieben in Rheinland-Pfalz wird nun verlangt, dass Ausbilder über pädagogische Kenntnisse verfügen. Lehrlinge dürfen nicht mit ausbildungsfremden Aufgaben beschäftigt werden und die Arbeitszeit von höchstens acht Stunden soll eingehalten werden.

Polizistenmangel in Baden-Württemberg

Die Kriminalität in Baden-Württemberg steigt, während die Aufklärungsquote sinkt. Liegt das an Ausstattung und Zustand des Landeskriminalamtes? Das Landeskriminalamt ist in beengten, heruntergekommenen Räumen untergebracht. Verhöre finden in überfüllten Räumen statt. Technische Neuerungen bei der Fahndung können nicht genutzt werden. Eine von der Landesregierung gewünschte Aufstockung des Personals bei der Polizei scheitert schon an mangelhaften Unterbringungsmöglichkeiten.

Notunterkünfte in Saarbrücken

Im November 1969 leben 1.550 Saarbrückerinnen und Saarbrücker, darunter 1.000 Kinder, in menschenunwürdigen Unterkünften in sogenannten Obdachlosensiedlungen. Ein Bad haben die Wohnungen in der Regel nicht. Toiletten befinden sich außerhalb der Häuser und werden von mehreren Familien gemeinsam genutzt.

Abitur und was dann? An Pädagogischen Hochschulen sind zum Wintersemester 1969 vier von fünf Studienanfängern weiblich. Die Hälfte aller Abiturientinnen will Lehrerin werden, die andere Hälfte hat zu Beginn des Studiums oftmals noch keinen konkreten Berufswunsch. Die Zahl der Abiturientinnen, die nicht wissen, was sie studieren und später einmal arbeiten sollen, nimmt seit Jahren zu und liegt weit höher als bei männlichen Abiturienten.

Schwimmender Kaufladen auf Rhein und Neckar Auf Rhein und Neckar ist Wilhelm Back mit seinem kleinen Proviantboot unterwegs. Er bringt Binnenschiffern mit seinem schwimmenden Tante-Emma-Laden alles was das Herz begehrt – Fleischwurst, Zahnpasta, Jeanshosen oder Ersatzteile. Bis zum Jahr 2005 gab es die schwimmenden Kaufläden.

Die Geschichtsreihe

Was war vor 50 Jahren für die Menschen im Südwesten wichtig, was hat sie beschäftigt, worüber haben sie sich aufgeregt oder gefreut? Was war los in Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, in der Kultur und im Sport? Welchen interessanten Menschen sind die Reporterinnen und Reporter damals begegnet? SWR Moderatorin Alev Seker nimmt die Zuschauerinnen und Zuschauer einmal im Monat mit auf eine Zeitreise in die Vergangenheit. Manche Veränderungen nahmen vor 50 Jahren ihren Anfang und wirken bis heute nach. Einige Industriezweige, die 1969 wirtschaftlich bedeutend waren, sind weitgehend verschwunden. Frauen haben heute ein völlig anderes Standing als damals. Mit Neugier und Augenzwinkern blickt die SWR Reihe auch auf manche Kuriosität zurück.

Sendung

„Die SWR Zeitreise – November 1969“ – „Nachrichten von damals“ zeigt das SWR Fernsehen am Sonntag, 24. November 2019, 16 Uhr im SWR Fernsehen

Bild-Quelle: ots (SWR – Südwestrundfunk)

Schreibe einen Kommentar

Close