Christine Westermann: Altersweisheit ist ein Geschenk

Moderatorin und Autorin Christine Westermann (71) hadert nicht mit dem Älterwerden, sondern genießt es: Zu den schönsten Seiten zähle sie „so eine wunderbare Altersweisheit, die man nicht immer gleich rausblasen muss, aber einfach in sich spürt und nach der man handelt“, sagte Westermann. Das empfinde sie als ein „unglaubliches Geschenk“.

„Ich muss nicht mehr irgendwas sein wollen, sondern es reicht komplett, wie ich bin“, fügte die 71-Jährige hinzu. Auch das Ende des „Literarischen Quartetts“ habe viel Druck von ihr genommen: „Dabei ist mir diese Entscheidung wirklich nicht leichtgefallen, weil ich dachte, mir werde eine Herausforderung fehlen. Daraufhin hat mich meine Therapeutin gefragt: Wieso brauchen Sie denn noch Herausforderungen? Haben Sie nicht genug Herausforderungen im Leben gemeistert?“

„Mein Leben lang hatte ich das Gefühl, du bist nicht genug, und irgendwann werden sie alle dahinterkommen, dass du es nicht kannst“, fügte sie hinzu. „Und jetzt habe ich endlich das Gefühl: So wie ich bin, ist es gut. Es reicht völlig aus, Christine Westermann zu sein.“ Am Freitagabend hatte Westermann ihren letzten Auftritt im „Literarischen Quartett“ des ZDF.

Zu Ihrem 71. Geburtstag am 2. Dezember hat sich die Moderatorin auch selbst beschenkt: „Meine verstorbene Freundin Anne aus Amsterdam war eine gefürchtete Schenkerin, die hat wirklich immer die schrecklichsten Sachen verschenkt. Es gab allerdings auch ein Geschenk, das ich gern gehabt hätte, aber nie bekommen habe: Anne hat mal eine Eieruhr verschenkt, die man einstellen und dann ins Wasser legen konnte – und wenn die Eier fertig waren, hat sie die niederländische Nationalhymne gespielt. Solche Eieruhren habe ich jetzt auch in Deutschland entdeckt, eine davon spielt ,California Dreaming‘, was ich natürlich toll finde.“ Westermann hatte von 1990 an zehn Jahre lang in San Francisco gelebt.

Auch fürs nächste Leben schmiedet die 71-Jährige schon Pläne: „Caren Miosga macht Moderationen präzise auf den Punkt, sie hat die Zuschauer im Kopf, für die schreibt sie ihre Moderationen, macht sie ihre fabelhaften Interviews. Das ist wirklich rar geworden. Wenn ich im nächsten Leben endlich Intendantin geworden bin, bekommt Caren Miosga eine Sendung nach ihren Wünschen auf dem besten Sendeplatz, den es gibt.“

Quelle: ots (Neue Osnabrücker Zeitung)

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