Fernsehen: Kabel ist der teuerste Empfangsweg

03.01.21 dauer

Zwischen vier Empfangswegen können Fernsehzuschauer in Deutschland wählen – der teuerste ist der Weg übers Kabelnetz. Kostenlos ist Fernsehen nur noch, wenn man sich mit dem veralteten SD-Standard zufriedengibt oder auf private Sender verzichtet. Das zeigen die Tarifexperten von Verivox in einem Vergleich von Übertragungswegen und Zusatzkosten.

Kabel-TV mit den höchsten Fixkosten

Wer Kabelfernsehen schaut, zahlt gegenüber den anderen Empfangsarten fast immer drauf. Grund: die monatlichen Fixkosten für den Kabelanschluss. Bei Vodafone (ehemals Kabel Deutschland und Unitymedia) fallen dafür 14,99 Euro im Monat an, beim Anbieter PYUR im Schnitt 10 Euro. Fernsehpakete müssen jeweils zusätzlich bezahlt werden. Das günstigste Inklusivpaket mit Kabelanschluss kostet 20 Euro im Monat; TV-Pakete über andere Übertragungswege sind oft für weniger als 10 Euro zu haben.

Neben den klassischen Empfangswegen Kabel, Satellit und Antenne ist Fernsehen auch online möglich – entweder über DSL-Anbieter oder direkt übers „offene“ Internet. Diese so genannte Over-the-Top-Nutzung funktioniert mit jedem Internetanbieter. „Inzwischen bietet auch die Telekom TV-Tarifmodelle ohne Kopplung an einen Internetvertrag an“, sagt Jens-Uwe Theumer, Vice President Telecommunications bei Verivox. „Der Markt für Online-TV-Plattformen wie Zattoo, Waipu oder Joyn steht gerade erst am Anfang. Weitere Anbieter werden nachziehen.“

TV-Kosten zwischen 6 und 15 Euro im Monat

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Über alle Übertragungswege hinweg kosten die TV-Pakete mit HD-Nutzung und Privatsendern maximal 15 Euro im Monat. Die DSL-Anbieter verlangen zwischen 9,99 und 14,99 Euro. Die Online-Plattformen Zattoo oder Waipu rufen zwischen 9,99 Euro und 13,99 Euro im Monat auf. „Mit diesen Paketkosten bleibt das Fernsehen konkurrenzfähig zum Preismodell von Streamingdiensten wie Netflix oder Disney+“, sagt Theumer. Eine Internetverbindung ist Voraussetzung für alle genannten Dienste. Die Inhalte sind meist auf mehreren Geräten gleichzeitig abspielbar und können auch unterwegs angeschaut werden. Der Rundfunkbeitrag von 17,50 Euro fällt beim Online-TV ebenso an wie bei allen anderen Empfangswegen.

Wer über Antenne oder Satellit fernsieht, zahlt 6,99 Euro bzw. 5,75 Euro im Monat. Die höchste Senderzahl bietet der Sat-Zugang, die geringste die Nutzung über Antenne. Alle Empfangsarten ermöglichen (je nach eingesetztem Receiver) Aufnahme-, Replay- oder Stopp-Funktionen.

Online-TV wächst, Antennenfernsehen rückläufig

Nach wie vor empfangen knapp 90 Prozent der deutschen Haushalte Fernsehen zu etwa gleichen Teilen entweder über Kabel oder Satellit. Rund 9 Prozent rufen das TV-Signal über ihren Internetanbieter ab, knapp 2 Prozent nutzen Fernsehen über eine Online-Plattform. Beide Gruppen wachsen; rückläufig hingegen ist der Empfang über Antenne (6 Prozent). Noch 16 Prozent der TV-Haushalte schauen ausschließlich über den veralteten SD-Standard fern, 84 Prozent empfangen HD-Inhalte (alle Zahlen aus 2019).

Verbraucher haben nicht immer eine Wahlmöglichkeit: „Viele Mieter sind an einen Kabelanschluss gebunden und können diesen nicht separat kündigen“, sagt Jens-Uwe Theumer. „Um andere Übertragungswege zu nutzen, müssen sie doppelt zahlen. Inzwischen sind viele TV-Angebote monatlich kündbar und können unabhängig vom Internetanbieter abgeschlossen werden. Beides gilt sogar für Angebote der Telekom – nicht jedoch für einen Kabelanschluss. Hier wäre mehr Flexibilität dringend geboten.“

Text-Quelle: ots (verivox.com)

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