Was Putin trifft: Nawalny und Nord Stream 2

08.02.21 bis 28.02.22

Kommentar von Andreas Härtel

Es wird weitergebaut. Während in Russland die Anhänger von Oppositionsführer Alexey Nawalny verprügelt und weggesperrt werden, macht sich die Nord Stream 2 AG daran, die Gaspipeline zwischen Russland und Europa zu vollenden. Ein Widerspruch? Ja – jedenfalls für all jene, die nach einem Ende des Projekts rufen, weil das eine geeignete Strafe für den Kreml sei. Leider haben die Befürworter eines Baustopps bislang nicht sinnvoll erklären können, warum das Aus für die Pipeline Wladimir Putin und die Seinen beeindrucken sollte. Russisches Gas ist auch in Asien gefragt. Es loszuwerden, dürfte also kein Problem für Moskau sein.


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Es nicht zu bekommen, könnte aber in Europa ein Problem werden. Jedenfalls so lange, wie Gas noch als Brücke zwischen Kohle und Atom auf der einen und Erneuerbaren Energien auf der anderen Seite benötigt wird. Wahrscheinlich müsste Berlin auch Milliarden an Schadenersatz an beteiligte Unternehmen zahlen – dabei fehlt doch nur noch ein verhältnismäßig kleines Stück Pipeline. Viel mehr als das Aus für das Projekt würden den Kreml zielgerichtete Sanktionen gegen einzelne Vertreter des Regimes treffen – sowie ein konsequentes Vorgehen gegen seine Propaganda im Westen. Überall dort, wo sich Russland mit Fehlinformationen, Trollen und Geheimdiensten herumtreibt, muss man es bekämpfen. Und in dem Riesenreich die Rechte der Opposition stärken, wo man es kann. Nord Stream 2 dagegen nutzt Deutschland und Europa genauso wie Russland. Ein Aus für die Pipeline bliebe deshalb eine ökonomische Torheit. Aber auch eine politische. Denn Projekte wie Nord Stream 2 sichern Zugänge zum Kreml, die es sonst nicht gäbe.

Text-Quelle: ots – Kommentar aus Allgemeine Zeitung Mainz
Bild-Quelle: youtube.com (user: euronews)

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