{"id":3227,"date":"2026-05-22T15:43:00","date_gmt":"2026-05-22T13:43:00","guid":{"rendered":"https:\/\/schunck.info\/?p=3227"},"modified":"2026-05-22T02:13:58","modified_gmt":"2026-05-22T00:13:58","slug":"hochrisikobereich-mit-grossem-unfallpotenzial-dekra-verkehrssicherheitsreport-2026-arbeitsplatz-strassenverkehr","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/schunck.info\/?p=3227","title":{"rendered":"Hochrisikobereich mit gro\u00dfem Unfallpotenzial: DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2026 &#8222;Arbeitsplatz Stra\u00dfenverkehr&#8220;"},"content":{"rendered":"<p>.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nDer \u00f6ffentliche Stra\u00dfenraum ist nicht nur Verkehrsfl\u00e4che, Aufenthalts- und Lebensraum, sondern f\u00fcr Millionen Menschen auch der Arbeitsplatz. Ein Arbeitsplatz, der j\u00e4hrlich viele Unfallopfer fordert. &#8222;Es gilt unbedingt, genauer hinzuschauen, die Ursachen zu analysieren und herauszufinden, mit welchen Ma\u00dfnahmen sich Unf\u00e4lle vermeiden oder zumindest in ihren Folgen mindern lassen&#8220;, sagte Jann Fehlauer, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer der DEKRA Automobil GmbH, bei der Vorstellung des DEKRA Verkehrssicherheitsreports 2026 &#8222;Arbeitsplatz Stra\u00dfenverkehr&#8220; in Berlin. Der mittlerweile 19. DEKRA Verkehrssicherheitsreport beleuchtet die verschiedenen Problemfelder rund um dieses Thema aus Sicht der Unfallanalytik, der Verkehrspsychologie, der Fahrzeugtechnik, der Infrastrukturgestaltung sowie der Gesetzgebung und zeigt nachhaltige Optimierungsma\u00dfnahmen auf.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nBerufskraftfahrerinnen und -fahrer transportieren wichtige Waren f\u00fcrs t\u00e4gliche Leben oder die Industrie und legen mit ihren Fahrzeugen pro Jahr teilweise \u00fcber 100.000 Kilometer zur\u00fcck. Auf unz\u00e4hligen Baustellen k\u00fcmmern sich Menschen um die Instandsetzung oder den Ausbau der Stra\u00dfeninfrastruktur. Besch\u00e4ftigte von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdiensten bewegen sich auf ihren Einsatzfahrten in einem Umfeld, das jederzeit unvorhersehbare Situationen bereith\u00e4lt. Allein diese drei Beispiele zeigen die gro\u00dfe Bandbreite und die damit verbundenen Herausforderungen rund um den &#8222;Arbeitsplatz Stra\u00dfenverkehr&#8220;, an dem j\u00e4hrlich viele Menschen bei Verkehrsunf\u00e4llen schwere oder t\u00f6dliche Verletzungen erleiden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nMit urs\u00e4chlich sind eine Vielzahl schwer kalkulierbarer Einfl\u00fcsse. &#8222;Ung\u00fcnstige Witterungsbedingungen, hohes Verkehrsaufkommen, technische St\u00f6rungen oder das Verhalten anderer Verkehrsteilnehmender k\u00f6nnen jederzeit unvorhersehbare kritische Situationen zur Folge haben&#8220;, so Fehlauer. Zudem k\u00f6nnen Zeitdruck, unregelm\u00e4\u00dfige Arbeitszeiten, monotone Fahrsituationen, fehlende Erholungsphasen und hohe Leistungsanforderungen zu Stress und Erm\u00fcdung f\u00fchren. M\u00fcdigkeit gilt als einer der wichtigsten Risikofaktoren im Stra\u00dfenverkehr, da sie die Reaktionsf\u00e4higkeit und Aufmerksamkeit erheblich beeintr\u00e4chtigt. Studien zufolge steigt das Risiko f\u00fcr einen Unfall aufgrund von Schlafmangel um das Achtfache an. &#8222;Die Einhaltung von Lenk- und Ruhezeiten sowie gezielte Gesundheitsf\u00f6rderung k\u00f6nnen \u00dcberm\u00fcdung, Stress und Fehlbeanspruchung reduzieren und damit die Unfallgefahr senken&#8220;, f\u00fchrte der DEKRA Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer weiter aus.<\/p>\n<p><strong>Begrenzte &#8222;Sichtbarkeit&#8220; des tats\u00e4chlichen Risikos<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nEin weiterer Risikofaktor am &#8222;Arbeitsplatz Stra\u00dfenverkehr&#8220; ist die hohe Komplexit\u00e4t moderner Verkehrssysteme. Digitalisierung und Vernetzung ver\u00e4ndern die Arbeitsprozesse grundlegend. Navigationssysteme, digitale Auftragssteuerung und automatisierte Fahrfunktionen erleichtern zwar viele Aufgaben, f\u00fchren jedoch auch zu neuen Anforderungen. Besch\u00e4ftigte m\u00fcssen gleichzeitig mehrere Informationsquellen verarbeiten und Entscheidungen treffen, w\u00e4hrend sie ihre Aufmerksamkeit auf den Verkehr richten. Ablenkung durch technische Ger\u00e4te geh\u00f6rt zu den gro\u00dfen Herausforderungen moderner Verkehrssicherheit.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nEin grundlegendes Problem im Umgang mit dem Arbeitsplatz Stra\u00dfe ist die begrenzte &#8222;Sichtbarkeit&#8220; des tats\u00e4chlichen Risikos. Denn in vielen statistischen Systemen wird nicht ausreichend unterschieden, ob eine Fahrt aus privaten oder beruflichen Gr\u00fcnden erfolgt. &#8222;Dadurch bleibt ein Teil des Unfallgeschehens unzureichend dokumentiert, was die Entwicklung einer gezielten Pr\u00e4vention erheblich erschwert&#8220;, gab Jann Fehlauer in Berlin zu bedenken. Nur wenn das tats\u00e4chliche Ausma\u00df der Risiken sichtbar werde, k\u00f6nnte man langfristig wirksame Ma\u00dfnahmen entwickeln.<\/p>\n<p><strong>Aufschlussreiche Fahrversuche und Umfrage unter Fahrpersonal<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nAuch f\u00fcr diesen Verkehrssicherheitsreport hat DEKRA wieder umfangreiche Fahrversuche und Crashtests durchgef\u00fchrt, um herauszufinden, wie Fahrzeuge, Assistenzsysteme und Sicherungseinrichtungen tats\u00e4chlich reagieren, wenn es darauf ankommt. Ein Crash-Vergleich zur Absicherung von Arbeitsstellen im Stra\u00dfenverkehr mit und ohne energieabsorbierende Systeme sowie Tests zur Detektions- und Reaktionsf\u00e4higkeit moderner Notbremsassistenz-Systeme gegen\u00fcber mobilen Absperrtafeln liefern Erkenntnisse f\u00fcr technische Anforderungen und Sicherheitsstandards.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nWeitere Tests stellten die hohe Wirksamkeit C-ITS-basierter Nahbereichswarnungen unter Beweis. Die Abk\u00fcrzung C-ITS steht f\u00fcr &#8222;Cooperative Intelligent Transport System&#8220; und bezeichnet kooperative Technologien zur drahtlosen verkehrstr\u00e4ger\u00fcbergreifenden Kommunikation von Fahrzeugen untereinander, mit der Infrastruktur sowie nicht-motorisierten Verkehrsteilnehmenden.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nInteressante Ergebnisse brachte zudem die DEKRA Umfrage unter Berufskraftfahrerinnen und -fahrern zur Parkplatzsituation und zur Sicherheitslage auf Rastst\u00e4tten in Deutschland und anderen europ\u00e4ischen Staaten. Demnach m\u00fcssen fast zwei Drittel der Befragten regelm\u00e4\u00dfig an gef\u00e4hrlichen Orten parken, um die Ruhezeiten einzuhalten. Mehr als die H\u00e4lfte legt auf der Suche nach einem Parkplatz regelm\u00e4\u00dfig mehr als 20 zus\u00e4tzliche Kilometer zur\u00fcck. &#8222;Sowohl das gef\u00e4hrliche Parken als auch die verl\u00e4ngerten Lenkzeiten wegen der Parkplatzsuche k\u00f6nnen das Unfallrisiko erheblich erh\u00f6hen&#8220;, so Fehlauer.<\/p>\n<p><strong>&#8222;R\u00e4ume f\u00fcr alle sicher machen&#8220;<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nF\u00fcr den DEKRA Automobil Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer ist klar, dass der &#8222;Arbeitsplatz Stra\u00dfenverkehr&#8220; als Hochrisikobereich nicht isoliert betrachtet werden kann. Vielmehr handle es sich um ein Zusammenspiel aus Infrastruktur, Technik, Organisation und pers\u00f6nlichem Verhalten im Stra\u00dfenverkehr. &#8222;Die reine Fokussierung auf technische L\u00f6sungen reicht nicht aus, wenn die Rahmenbedingungen oder menschliche Faktoren unber\u00fccksichtigt bleiben&#8220;, mahnte Fehlauer in Berlin an. Aus seiner Sicht ist die umfassende Betrachtung des Stra\u00dfenverkehrs als Arbeitsplatz nicht nur f\u00fcr den Arbeitsschutz von Bedeutung, sondern insbesondere auch f\u00fcr die nachhaltige Entwicklung von Wirtschaft, Infrastruktur und Gesellschaft insgesamt.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nNach Ansicht von Kristian Schmidt, Europ\u00e4ischer Koordinator f\u00fcr Stra\u00dfenverkehrssicherheit, verringern Investitionen in sichere und gesch\u00fctzte Parkpl\u00e4tze, klarere Stra\u00dfenschilder und -markierungen oder besser gestaltete Arbeitsbereiche systematisch die Gefahren, denen sich Fahrer und Besch\u00e4ftigte t\u00e4glich gegen\u00fcbersehen. &#8222;Da sich immer mehr Verkehrsteilnehmer den Stra\u00dfenraum mit besonders gef\u00e4hrdeten Gruppen teilen, werden bew\u00e4hrte Qualit\u00e4tsstandards entwickelt, um diese R\u00e4ume f\u00fcr alle sicher zu machen&#8220;, schreibt Schmidt in seinem Statement im DEKRA Verkehrssicherheitsreport.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nF\u00fcr den deutschen Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sind &#8222;R\u00fccksicht, Aufmerksamkeit und Verantwortungsbewusstsein das Fundament f\u00fcr sicheres, respektvolles Verhalten im Stra\u00dfenverkehr&#8220;, wie er in seinem Gru\u00dfwort im Report betont. Daf\u00fcr sensibilisiere das Bundesverkehrsministerium unter anderem im Rahmen der Initiativen &#8222;Runter vom Gas&#8220; und &#8222;#mehr Achtung&#8220;. In diesem Kontext werde auch auf die besonderen Gefahren des Arbeitsplatzes Stra\u00dfe aufmerksam gemacht.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nF\u00fcr Antonio Avenoso, Gesch\u00e4ftsf\u00fchrer des Europ\u00e4ischen Verkehrssicherheitsrats (ETSC), ist die Verkehrssicherheit am Arbeitsplatz kein Nischenthema. Vielmehr sei sie f\u00fcr das europ\u00e4ische Ziel der &#8222;Vision Zero&#8220;, bis 2050 die Zahl der Todesopfer und Schwerverletzten im Stra\u00dfenverkehr auf nahe null zu senken, von zentraler Bedeutung. &#8222;Die Anerkennung der Verkehrssicherheit bei der Arbeit als gemeinsame Verantwortung von Beh\u00f6rden, Arbeitgebern und Einzelpersonen ist f\u00fcr den Aufbau einer Pr\u00e4ventionskultur sowohl auf als auch au\u00dferhalb der Stra\u00dfe entscheidend&#8220;, erkl\u00e4rt Avenoso in seinem Statement.<\/p>\n<p style=\"text-align: justify;\">\nDer DEKRA Verkehrssicherheitsreport 2026 &#8222;Arbeitsplatz Stra\u00dfenverkehr&#8220; steht online unter www.dekra-roadsafety.com zum Download zur Verf\u00fcgung.<\/p>\n<p><strong>Zehn DEKRA Forderungen f\u00fcr mehr Verkehrssicherheit<\/strong><\/p>\n<p>   &#8211; Konsequenter Schutz von Arbeitsstellen im Stra\u00dfenraum<br \/>\n   &#8211; Vollst\u00e4ndige und differenzierte Erfassung arbeitsbezogener Verkehrsunf\u00e4lle<br \/>\n   &#8211; Nachhaltige Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Transportwesen<br \/>\n   &#8211; Systematische Reduktion der Risiken bei Einsatzfahrten<br \/>\n   &#8211;  Konsequente \u00dcberwachung der Vorschriften zur Ladungssicherung<br \/>\n   &#8211;  Einhaltung und Weiterentwicklung der Gefahrgutvorschriften<br \/>\n   &#8211;  Strenge Kontrolle und Einhaltung der Lenk- und Ruhezeiten<br \/>\n   &#8211;  Ausbau sicherer, beleuchteter und \u00fcberwachter Lkw-Parkpl\u00e4tze<br \/>\n   &#8211;  Verbindliche Einf\u00fchrung von Gesundheitsf\u00f6rderprogrammen f\u00fcr Berufskraftfahrende<br \/>\n   &#8211;  Hochautomatisiertes Fahren nur unter klar definierten Sicherheitsbedingungen <\/p>\n<p><small>Bild- und Text-Quelle: ots (DEKRA e.V.)<\/small><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>. 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