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Calw/Dobel – Jäh zerrissen Martinshörner am späten Freitagabend 2. Oktober die idyllische Ruhe im Kurort Dobel. Aufgrund eines Brandes in der Reha-Klinik, dem SRH Gesundheitszentrum, wurde die Feuerwehr durch die hauseigene Brandmeldeanlage um 23:15 Uhr alarmiert.
„Auf der Anfahrt bestätigte uns eine sichtbare Rauchentwicklung das Brandereignis“, spiegelte Dobels Feuerwehr-Kommandant und Einsatzleiter Sven Schatz wider. Neben den ortseigenen 30 Brandschutzkräften, die mit drei Fahrzeugen anrückten, kam außerdem eine neunköpfige Mannschaft der Feuerwehr Bad Herrenalb mit zwei Fahrzeugen, darunter die Drehleiter.
Auch der Kreisbrandmeister vom Dienst André Weiss wurde alarmiert und unterstützte die Einsatzleitung vor Ort. Zudem machte sich Bürgermeister Christoph Schaak ein Bild vom Geschehen, um Maßnahmen zu unterstützen. Mitarbeiter der Fachklinik für Orthopädie und Onkologie hatten bereits mit der Evakuierung der 267 Patienten begonnen, was einen sogenannten Massenanfall von Verletzten/Versorgungsbedürftigen ManV darstellt und die Alarmierung von Leitendem Notarzt sowie Organisationsleitung der Rettungsdienste mit den Modulen Transport und Behandlung nach sich zog.
Unterdessen waren fünf Trupps der Feuerwehr unter Atemschutz für den Löschangriff zum Brandherd unmittelbar hinter der Stationstüre im ersten Obergeschoss vorgedrungen. „Dort trafen sie einen im Rollstuhl sitzenden Patienten an, der zusammen mit einer Pflegekraft bereits mit Löscharbeiten begonnen hatte“, zollte Einsatzleiter Schatz dem beherzten Eingreifen Respekt. In Verbindung mit Wärmebildkamera bekämpfte die Feuerwehr den Brand und musste dafür auch die Decke öffnen.
Zudem wurden alle 40 Zimmer einzeln auf Räumung geprüft. „Die Station bleibt vorläufig geschlossen“, verwies der Kommandant auf den beißenden Rauchgeruch in diesem Bereich, der eine Nutzung verwehrt. Die Brandursache ist bislang unbekannt und wird von der Polizei ermittelt. Sie war mit vier Streifen und acht Beamten vor Ort.
Nachdem der Brand gelöscht war, wurden die Reha-Patienten zurück ins Foyer gelenkt und von den Rettungs- und Sanitätsdiensten, die mit 21 hauptamtlichen sowie 33 ehrenamtlichen Kräften und 23 Fahrzeugen anwesend waren, erfasst und untersucht. „Uns lag eine hochaktuelle Liste mit Patientennamen vor, die den Ablauf deutlich erleichterte“, würdigte der Einsatzleiter die Gegebenheiten in der Klinik. Vier Betroffene wurden zur Beobachtung der Rauchgasintoxikation in Krankenhäuser gefahren.
32 weitere Personen wurden mit dem Omnibus der Berufsfeuerwehr Pforzheim in die Häuser der SRH nach Bad Herrenalb und Waldbronn verlegt. „Alle anderen wurden schrittweise von der Feuerwehr in die Zimmer zurückgebracht, um sicherzustellen, dass keine Beeinträchtigungen vorliegen“, stellte Schatz fest. Insgesamt war es ein sehr Kräfte zehrender Einsatz, der um 6:30 Uhr sein Ende fand, so der Kommandant.
„Die Zusammenarbeit mit allen Einsatzkräften und der Klinik hat gut funktioniert und es hat sich gezeigt, dass sich die jährliche Übung in der Klinik auszahlt“, unterstrich Einsatzleiter Sven Schatz.
Bild- und Text-Quelle: ots (Feuerwehr Calw)
