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Von Millionen geliebt, oft als Kitsch belächelt: der Schlager. Er füllt Stadien, dominiert die Algorithmen von TikTok und Instagram und liefert den Soundtrack für eine gute Zeit. Woher kommt diese Sehnsucht nach der heilen Welt? Die Dokumentation „Hits, Herz, Heimat – Kitsch und Kult“ von Constanze Grießler geht dieser Frage nach und erzählt die Kulturgeschichte des Schlagers – von der Operette über den „Musikantenstadl“ bis zum Eurovision Song Contest. 3sat zeigt den Film am Samstag, 25. April 2026, um 20.15 Uhr in Erstausstrahlung. Die Sendung ist nach Ausstrahlung für drei Monate in der 3satMediathek verfügbar.
Schlager-Anarchist und ESC-Insider Guildo Horn ordnet das Genre ein. „Die Schlagermusik ist eine der schönsten Drogen der Jetzt-Zeit“, sagt er. Im Interview erinnert er sich an seinen Auftritt beim Eurovision Song Contest 1998 in Birmingham. Der diplomierte Pädagoge dekonstruiert sein Schlagersänger-Image und spannt den Bogen von seinen Anfängen in Kölner Clubs bis hin zu Rollen in Musical und Operette. Der Schlager, betont Horn, ist kein modernes Industrieprodukt, sondern hat seine Wurzeln in der Operette der 1920er-Jahre.
Daran knüpfen auch die Geschwister Pfister an: Auf der Bühne überzeichnen sie den Schlager und zeigen, dass man Kitsch zugleich parodieren und verehren kann. Die Berliner Kulttruppe steht für eine „neue Offenheit“ des Genres – eine Rückkehr zu jener Frivolität und Doppeldeutigkeit, die den Schlager vor seiner „Säuberung“ in der Nachkriegszeit prägten. Ihre Revue „Servus Peter – Oh là là Mireille“ ist längst Kult.
Im Queer Museum Wien spricht das Filmteam mit Alkis Vlassakakis und Marco Schreuder, Hosts von „Merci, Chéri – Der Eurovision Podcast“ und Kuratoren der Ausstellung „United by Queerness“. Sie zeigen die subversive Seite der Schlager- und ESC-Geschichte und beleuchten das Genre Schlager als „Safe Space“ für die LGBTQ+-Community.
Bild- und Text-Quelle: ots (Zweite Deutsche Fernsehen)
