Ein Moskauer Gericht hat den Düsseldorfer Bildhauer Jacques Tilly heute (02.04.2026) in Abwesenheit zu acht Jahren und sechs Monaten Haft in einer russischen Strafkolonie verurteilt. Dazu kommen eine Geldstrafe von umgerechnet rund 2.000 Euro und ein vierjähriges Arbeitsverbot.
Das Gericht sah es als erwiesen an, dass Tilly religiöse Gefühle verletzt und Falschnachrichten über die russischen Streitkräfte verbreitet habe. Besonders ein Wagen aus dem Jahr 2024 spielte in dem Prozess eine zentrale Rolle. Darauf zu sehen: Putin und Patriarch Kirill in einer sexuellen Darstellung.
Tilly ist bekannt für seine bissig-satirischen Mottowagen beim Düsseldorfer Rosenmontagszug. Der Bildhauer selbst gab an, von dem Verfahren nie offiziell durch die russische Justiz informiert worden zu sein. Deutsche Botschaftsdiplomaten verfolgten den Prozess dennoch.
„Es ist jetzt für jeden zu sehen, dass das russische Regime Angst vor Pappfiguren hat“, sagte der Düsseldorfer Bildhauer der Deutschen Presse-Agentur als Reaktion auf das Urteil.
Eine Auslieferung nach Russland muss er nicht fürchten. Problematisch könnte es aber bei Reisen in Länder werden, die russische Auslieferungsgesuche erfüllen. Russland könnte Tilly zudem über Interpol zur Fahndung ausschreiben.
Bild-, Text-und Video-Quelle: youtube.com (User: WDR aktuell)Nutzungsrecht bzw. Falschmeldung: Alles rechtlich erfahren Sie [hier klicken!]
